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VagantX vs. CSU Joachim Herrmann

Polemik ist eine der beliebtesten und einfachsten Arten eine Diskussion für sich zu entscheiden. Laut „Wikepedia.de“ heißt Polemisieren: Eine (bestimmte andere) Ansicht zu bekämpfen. Der Polemiker sucht nicht den Konsens, sondern will im rhetorischen Wettstreit siegreich sein". Es ist also der finale verbale Tiefschlag, dem "Gegner" bleibt die Luft weg, er geht, unter Wörtern begraben, zu Boden.

Wer eine Übungsstunde in Polemik buchen möchte, sollte dies bei einem echten Meister tun, der wieder einmal gezeigt hat, dass man Unwissen und Voreingenommenheit hervorragend mit einigen hohlen Sätzen kaschieren kann. Die Rede ist natürlich von Herrn Joachim Herrmann , aktiver katholischer Burschenschaftler und nebenbei Innenminister von Bayern.

Seine "interessante" Rede zur Forderung des Verbots von Killerspielen (wir berichteten) kommentierte er jetzt noch mal in einem Interview mit "Zeit Online". Was er da geäußert hat ist bestenfalls übele Nachrede, doch wir Gamer dürfen es als PERSÖNLICHE Beleidigung sehen.

Ein spannendes Lehrstück der rhetorischen Meinungsmache. Falls die Interview-Kommentare dem geneigten Leser polemisch vorkommen, könnte es Absicht sein:

" ZEIT ONLINE: Herr Herrmann, welche "Killerspiele" haben Sie gespielt, um zu der Überzeugung zu gelangen, dass diese verboten werden müssen?

Joachim Herrmann: Ich spiele sie selbst nicht, aber ich habe sie mir intensiv angeschaut. Ich bin erschrocken, wie der Spieler zu brutaler Gewalt animiert wird. Er wird ja selbst sozusagen zum Schwerkriminellen und bringt andere um, um zu Geld zu kommen oder um Punkte zu sammeln. Je grausamer der Mord, umso höher die Punktzahl. Das brauchen wir nicht. Solche Spiele sind unerträglich."

Und schon beginnt es: Der Spieler wird "zum Schwerkriminellen", er "bringt andere um", "je graumsamer der Mord..." STOP! Es ist alles ein Spiel, ein virtuelle Situation, niemand bringt irgendjemand um. Wir wissen was real ist und was Fiktion. Wir können unterscheiden zwischen einem Verbrechen und einem Spiel. Wenn man hier jemanden einen Realitätsverlust unterstellen möchte, dann nur Herrn Herrmann. Er hat sich definitiv nicht mit der Materie beschäftig, er sieht nicht die Ligen, die riesigen Gemeinschaften die entstanden sind, nicht die Millionen von Spielern die jeden Tag ihrem Hobby nachgehen, das mehr sportliche Aspekte aufweist, als jedes Schachspiel. Er sieht uns nur als potentielle Mörder!

" ZEIT ONLINE: Sie sprechen offenbar von der Spiele-Serie Grand Theft Auto. Der aktuelle Teil ist ab 18 Jahren freigegeben. Warum sollen Erwachsene nicht solche Spiele spielen dürfen?

Herrmann: Ich kann von einem Kinobetreiber erwarten, dass er tatsächlich nur 18-Jährige ins Kino lässt. Wenn es aber um Computerspiele geht, ist das anders. Wenn ein 18-Jähriger ein Spiel in der Hand hat, gibt er es am nächsten Tag an 17-, 16- und 15-Jährige weiter. Ich glaube nicht, dass es in unserer freiheitlichen Gesellschaft einen Anspruch auf solche Computerspiele gibt. Der Schutz der Kinder und Jugendlichen muss Vorrang haben. Es geht ja nicht um das Spielen allein. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die eindeutig belegen: Je intensiver sich Jugendliche mit solchen Spielen beschäftigen, desto größer ist die Gefahr, dass sie das auch in der Realität nachahmen."

Interessant ist zunächst die Folgerung des Interviewers. Wie kommt er auf GTAIV ? Wo werde ich in diesem Spiel für besonders grausame "Morde" belohnt, wo gibt es die Punkte? Noch seltsamer: Herrmanns Kinobetreiber-Aussage. In den Kinos laufen Filme ein paar Wochen, danach sind sie, wie auch Spiele, im Handel frei zu erwerben. Auch im Filmbereich ist der Download und der Tausch im Internet ohne Probleme möglich. Diese Argumentation ist also mehr als fragwürdig. Aber die nächste Aussage . "Ich glaube nicht, dass es in unserer freiheitlichen Gesellschaft einen Anspruch auf solche Computerspiele gibt" ist schlicht paradox . Gerade in einer "freiheitlichen Gesellschaft" müssen Spiele einen festen Platz haben, muss es möglich sein, zu sehen, zu schauen und zu lesen, was man möchte, ohne das Grundrechte geopfert werden, weil politische Instrumentarien versagen!

Dann erfolgt auch noch der "wissenschaftliche" Beweis, die "zahlreichen Studien". Fakt ist: KEINE Studie hat die abstruse Annahme bestätigt, das der Konsum von Gewaltspiele dazu führt, dass sie in der Realität nachgeahmt werden. Die differenzierten Aussagen der Studien werden hier verquert und für Herr Hermanns plakative Zwecke missbraucht!

" ZEIT ONLINE: Medienforscher sind sich in der Frage aber noch immer nicht einig.

Herrmann : Der Kriminologe Christian Pfeiffer hat bei unserer Expertenrunde in Berlin entsprechende Belege aus seinen und anderen Studien vorgelegt. Natürlich wird nicht jeder Spieler ein Gewalttäter. Aber wenn Spiele auch nur zu einem bestimmten Prozentsatz ein höheres Maß an Jugendgewalt auslösen, dann ist das Grund genug, sie zu verbieten. In anderen Bereichen haben wir auch klare Verbote, ich denke an Kinderpornografie."

Zu der Expertenrunde und den Ergebnissen hatten wir schon Stellung genommen. Aber die unglaublichste Aussage ist der letzte Satz. Da werden indirekt Videospiele mit Kinderpornografie gleichgestellt und die gleichen Strafmaßnahmen gefordert. Damit macht er uns Spieler verbal zu Kinderschändern . Wäre das jetzt eine öffentliche Diskussion, würde sich niemand trauen dagegen anzureden, jede Äußerung würde automatisch und unbewusst, als Verteidigung der Kinderpornografie wahrgenommen werden. Einfach ein beleidigendes und unzumutbares Statement, das im nächsten Absatz noch gekrönt wird.

" ZEIT ONLINE: Das Problem ist doch nicht, dass es solche Spiele gibt, sondern dass Kinder sie trotz der deutschen Altersbeschränkung bekommen.

Herrmann: Das ist eines der Probleme. Aber je größer die Gefahr ist, dass solche Spiele auch in die Hände von Kindern und Jugendlichen kommen, desto stärker muss der Staat eingreifen. Es ist ja auch für alle verboten, die Verbrechen des Nationalsozialisten zu verharmlosen."

Wenn Kinderpornos nicht reichen, packen wir noch die Nazis oben auf! Damit sind wir faschistische Pädophile. Ein Schlag ins Gesicht, vielmehr ein Tritt in den Unterleib! Da wird einfach der Holzhammer herausgeholt und debil auf alles geklopft was sich bewegt, auch wenn Herrmann nur denkt, es könnte zucken. Senilität? Schlechte Jugend? Zu wenig Sex? Wir dürfen über die Ursache seiner offensichtlichen Persönlichkeitsstörung nur spekulieren.

" ZEIT ONLINE: Die Indizierung, die es heute gibt, kommt doch schon einem Verbot gleich. Indizierte Spiele dürfen zum Beispiel nicht beworben werden.

Herrmann: Das ist zu wenig. Spiele, die brutale Gewalt verherrlichen, müssen im Strafgesetzbuch generell verboten werden."

Noch aufgenommen werden müssen: Politiker deren Unfähigkeit dermaßen offen zu sehen ist und Politiker die soweit in unsere Grundrechte eingreifen wollen, dass es nach totalitären, rechten, Strukturen aussieht. Oops, dann wäre Herr Herrmann gleich doppelt verboten.

" ZEIT ONLINE: Das Strafgesetzbuch verbietet Gewaltverherrlichung bereits. Ein bayrischer Entwurf für einen neuen Paragrafen fand keine Zustimmung im Bundestag. Auch nach sechs Jahren Diskussion wurde nur das Jugendschutzgesetz geändert, und manche sagen, es sei damit nicht einmal verschärft worden. Meinen Sie wirklich, dass ein Verbot möglich ist?

Herrmann: Wir werden da nicht locker lassen, wir wollen diese Diskussion weiterführen. Mit den völlig unzureichenden Änderungen des Jugendschutzgesetzes ist das für uns nicht abgeschlossen."

Die Diskussion mit Herrn Hermann ist leider hiermit beendet , weil er schlicht nicht in der Lage ist, an einer sachlichen Lösungsfindung teilzunehmen. Als Grund dürften die oben aufgeführten Beleidigungen reichen. Wir diskutieren nicht mehr, wir wählen bald !


" ZEIT ONLINE: Die Spieleindustrie würde ein Verbot verfassungswidrig nennen.

Herrmann: Ich hoffe da sehr auf einen Meinungswandel. Es gibt heute schon Hersteller, die sich von dem gesamten Gewaltbereich verabschieden. Die wollen intelligente Spiele machen, Bildungsspiele, und noch ganz andere, spannende Geschichten."

Natürlich, streichen wir den Gewaltaspekt aus allen Medien! Packen wir uns in einen rosa, pardon, blau-weißen Wattebausch und lassen uns von Herrn Herrmann durch die Welt pusten. Er und seine Regierung entscheiden dann, was, wie, gespielt werden kann, nicht mehr der dumme Bürger. Holt die Armbinden heraus, die Geschichte wiederholt sich!

" ZEIT ONLINE: Aber eine Reihe von Herstellern verdient ihr Geld eben mit gewalthaltigen Spielen.

Herrmann: Da gibt es massiven Druck von Herstellern aus den USA. Aber wir haben auch nicht von ungefähr ein anderes Waffenrecht als Amerika, bei uns darf nicht jeder nach Belieben mit einer Schusswaffe durch die Gegend laufen. Wir dürfen bestimmte Fehlentwicklungen der amerikanischen Gesellschaft bei uns gar nicht erst Platz greifen lassen."

Was hat die Thematik mit dem US Waffenrecht zu tun? Genau: Nichts! Wieder reine, nackte Polemik, verpackt als Antwort, ohne wirkliche Relevanz und Aussage!

Reines Schmierentheater in der Hoffnung zur Wahl noch die Stimmenränge voll zu kriegen.

Inkompetenz, Arroganz und hohle Phrasen,
wir danken Herrn Herrmann für diese Stellungnahme. Unten werden sicherlich einige pädophile Nazigamer ihren Kommentar hinterlassen!

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Geschrieben von: vagantx [ Redakteur ] Datum: 07.09.2008 | 20:31 Uhr
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